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Seit 1973

Manche Lokale wechseln den Namen. Gute behalten ihre Seele.

Von Motto zu Thell: fünfzig Jahre Wirtshaus, Bühne und Bar in Margareten. Die Kurzfassung heißt: Früher Motto. Heute Thell. Das hier ist die lange.

Voller Abendraum mit Kerzen und Spiegelkugeln

1973

Ein Beisl namens Motto.

Schönbrunner Straße 30, Margareten. 1973 eröffnet hier das Motto — und wird über die Jahre vom Szene-Beisl zur Wiener Institution. Wer seine Nächte gern lang hatte, ist früher oder später hier gelandet.

Die besten Schinkenfleckerl, feine Cocktails und die schönsten Barkeeper Wiens: Der Satz stammt aus der Motto-Zeit. Wir zitieren ihn gern, weil er stimmt.

Glamouröse Barnacht mit Luster, Frühlingsblüten und Discolicht

Queeres Wien

Eine Bühne für alle, die eine gebraucht haben.

Das Motto war nie nur ein Restaurant. Es war Wohnzimmer, Bühne und sicherer Hafen des queeren Wien — lange bevor die Stadt dafür Preise verliehen hat.

Diese Offenheit ist keine Fußnote der Hausgeschichte, sie ist das Fundament. Ein Lokal, das jeden Abend zur Bühne macht, kennt keine Berührungsängste. Und will auch keine.

Früher Motto. Heute Thell.

Historisches Porträt von Franz Thell
© Götz Schrage

Der Name

Franz Thell.

2023 bekommt das Haus einen neuen Namen, und der kommt nicht aus einer Agentur-Präsentation: Franz Thell, der Mann auf dem historischen Porträt, leiht dem Restaurant seinen Namen.

Ein Haus, das fünfzig Jahre Geschichte trägt, braucht keinen erfundenen Markennamen. Es braucht einen mit Gesicht.

Die Fassade in Margareten — rosa Hortensien rahmen den Eingang mit dem THELL-Neon

Margareten

Eingang: Rüdigergasse.

Die Adresse lautet Schönbrunner Straße 30. Hinein kommt man über die Rüdigergasse — Margareten macht es einem nicht kompliziert, nur interessant.

Der fünfte Bezirk steht in keinem Reiseführer ganz vorn. Genau deshalb funktioniert er für lange Abende: Man kommt wegen der Küche, bleibt wegen der Bar und geht heim, wenn der Bezirk längst schläft.

Grüne Samtbank unter einer Wand mit gerahmten Schwarz-Weiß-Fotos

Heute

Ein Restaurant für Abende, die nicht beim Dessert enden.

Heute ist das Thell beides in einem Haus: Restaurant und Bar, 170 Plätze, grüner Samt, Marmor und Messing, das Restaurant Hinten und im Sommer der Garten.

Auf der Karte steht Wiener Weltküche, gekocht bis spät. Die Bar hat bis zwei Uhr früh offen. Und die Schinkenfleckerl sind geblieben — manche Dinge rührt man nicht an.

Geschichte gut und schön. Aber der Abend ist heute.

Online reservieren geht rund um die Uhr. Den Rest erzählen wir am Tisch.